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"Die Zukunft der Menschen" muss das Ziel sein.
Galtür hat eine Fläche von 12.116,5 ha und ca. 800 Einwohner. Damit ist New York nur 6,7 mal grösser (Fläche) und Manhatten um die Hälfte kleiner! Es beansprucht jeder Gemeindebürger mehr als 15 ha Gemeindegebiet. Ausreichend Platz für alles und jedes - könnte man meinen. Ausreichend um für jeden Gemeindebürger Wohnraum zu schaffen, Arbeitsplätze anzubieten, Sportflächen, Kulturräume, Schulen, Gesundheitsversorgung, und vieles mehr, was eine Gemeinde ausmacht. Das ist so viel Platz, dass eine (Raum) Planung nicht wichtig scheint. Es bleibt noch zu beachten, dass im Winter auf jeden Galtürer mehr als 5 Gäste kommen können und dass nur ca. 2,5% der Gemeindefläche sogenannter "Dauersiedlungsraum" sind. Jene Fläche also, welche durch das ganze Jahr den Menschen ohne Gefahr vor der Natur für die Besiedlung zur Verfügung stehen. 312,7 ha. Auf dieser Fläche wird die Zukunft der Menschen in Galtür zu gestalten sein.
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Auf dieser Fläche werden auch die kommenden Generationen von Galtürern wohnen, arbeiten, erholen, lernen, wirtschaften, sporteln oder feiern - aber eben nur auf dieser Fläche. Ein Ort wie Galtür ist durch die Lage in den Bergen, umgeben von räumlichen Grenzen, welche auch in Zukunft nicht überschritten werden können. Wachstum kann im alpinen Umfeld - anders als im Flachland - nicht durch Flächenverbrauch "erkauft" werden. Und damit wird klar, dass die Nutzung von Flächen in Galtür genau aufeinander abgestimmt werden muss. Es geht also um die vorausschauende Planung und Gestaltung des Gemeindegebietes. Es müssen Flächen sparsam genutzt werden, es müssen Flächen für den Wohnbau reserviert werden; sich gegenseitig konkurrierende Nutzungen müssen vermieden werden. Entwicklungen sollen ermöglicht und Erhaltenswertes bewahrt werden. Es braucht eine genaue Planung über den verfügbaren Raum - es braucht eine Raumplanung.
Raumplanung sorgt zunächst dafür, dass eine "geordnete Entwicklung" (Tiroler Raumordnungs Gesetz) der Gemeinde sicher gestellt wird. Dabei ist Raumplanung Gemeindesache. Die Gemeinde legt eigenständig Prioritäten und Ziele der Entwicklung fest - die Raumplanung hilft beim Umsetzen dieser Ziele. Im örtlichen Raumordnungskonzept wurde für die nächsten 10 Jahre vorausschauend festgelegt, wo in Galtür welche Nutzungen erwünscht, geplant oder auch vermieden werden sollen. Neue Nutzungen sollen so aufeinander abgestimmt werden, dass sie einander nicht beeinträchtigen und der Lebensraum auch noch für nachfolgende Generationen lebenswerten Raum für neue Nutzungsansprüche bietet. So wurden Flächen für Wohnungen von jungen Galtürer Familien gesichert, Skipisten von anderen Nutzungen freigehalten, Erschließungen und neue Wege vorgesehen oder auch versucht, Flächen für die Absicherung von Betrieben (vom Tourismus bis zur Landwirtschaft) zu reservieren, etc. Damit hat Galtür für die nächsten 10 Jahre ein grundlegendes Konzept zur Flächennutzung. Damit ist zunächst sichergestellt, dass Fehlentwicklungen vermieden werden. Soweit so gut; als Ziel für die Zukunft von Galtür ist das aber zu wenig. Wichtig ist daher, dass Raumplanung an diesem Punkt erst beginnt und ein Instrument der Gemeindepolitik ist. Raumplanung hilft Ziele zu erreichen und Konflikte zu vermeiden bzw. auch zu lösen. Raumplanung hilft auch Ziele zu formulieren, Alternativen aufzuzeigen, Vorschläge und Perspektiven zu entwickeln, diese umzusetzen und dabei die Fragen nach den Spielräumen für Morgen rechtzeitig zu stellen.
"Die Zukunft der Menschen" - so sollte wohl der Leitsatz der Raumplanung lauten. Die Zukunft der Menschen als Gemeinschaft gestalten zu helfen, die Ziele mit der Gemeinde zu formulieren und an diesen Zielen zu arbeiten - das ist Raumplanung. Es ist gut, dass Galtür in diesem Sinn seit langem Raumplanung als Instrument der Gemeindepolitik beansprucht und dabei immer wieder viel Zeit in wichtige grundlegende Diskussionen über die Ziele, Visionen und täglichen Konflikte steckt und die Resultate ggf. auch gegen äußere Widerstände durchzusetzen versucht. Dies trotzdem immer wieder, und es scheint auch immer öfter, Raumplanung in Tirol den Eindruck erweckt es sei ein technokratisches Instrument zur Vermeidung von Perspektiven und Innovationen.
Auf diesem Weg wünschen wir Galtür weiterhin alles Gute!
Dipl.- Ing. Andreas Falch
Raumplanung und Raumordnung
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