2006 - 2. Halbjahr Zeitgeschichte Galtür
Texte und Bilder von Bgm- Labg. Anton Mattle.

2006

Nach einem kalten, eher schneearmen Winter wurde das Frühjahr von flächenhaft blühenden Krokussen im Mai begrüßt. Die angenehmen Frühjahrstemperaturen  nahmen  durch einen Wintereinbruch zu Pfingsten ein jähes Ende.

Eröffnung Alpinarium

Während der Eröffnung der neu gestalteten Ausstellungsräume im Alpinarium, fielen an die 15 cm Neuschnee. Eine „Langazguxa“ (Frühjahrsschneesturm) im wahrsten Sinne des Wortes welche  die Wintersperre der Silvretta Hochalpenstraße bis  Fronleichnam verlängerte.

Der neue Teil der Ausstellung im Alpinarium nimmt unter dem Titel „Dynamik der Berge“ Bezug auf die Naturkatastrophen im Alpenraum und versucht über den  Prozess der Alpenfaltung und der Erosion eine Erklärung für diese Naturphänomene zu geben. Durch die Ergänzung der Ausstellung und zahlreiche Aktivitäten konnte sich das Alpinarium als besondere Kultureinrichtung etablieren. Die im letzten Jahr begonnene Partnerschaft mit den Klangspuren Schwaz wurde fortgesetzt und ein gemeinsames  „großes Blasmusikkonzert“ mit der Swarovski Musik Wattens und der Musikkapelle Galtür organisiert. Beim Nachmittagskonzert wurde das musikalischen Märchen, Peter und der Wolf, aufgeführt.  Eltern und Kinder waren begeistert. Höhepunkt des Abendkonzertes stellte die Aufführung zeitgenössischer Musikstücke dar. Beim Musikstück „Konzert für Violoncello und Blasorchester“ von Friedrich Gulda zog der Cello-Solist Valentin Raditiu, ein Jungvirtuose vom Mozarteum Salzburg, das Publikum in seinen Bann.

Eine Sonderausstellung zum Thema Steinadler und eine Fotoausstellung, vom bekannten Vorarlberger Fotografen Helmut Häusle mit dem Titel „Licht- und Schattenspiel in der Silvretta“ rundeten die Aktivitäten ab.

Oldtimer Rallye „Silvretta Classic“

Dem Galtür-Besucher konnten noch  weitere Aktivitäten geboten werden. In die vom Montafon Tourismus organisierte Oldtimer Rallye „Silvretta Classic“, am 9.7.2006 war Galtür wie in den letzten Jahren miteingebunden. Für Auto- und Technikbegeisterte ein wahre Augenweide und ein Pflichttermin.

Silvretta-Ferwallmarsch

Beim 33. Silvretta-Ferwallmarsch, am letzten August Wochenende, konnte der Schiklub Silvretta Galtür als Veranstalter, mehr als 500 Teilnehmer begrüßen. An die 100 Teilnehmer starteten in der Läuferklasse auf der Halb- bzw. auf der Vollmarathonstrecke. Kaum zu glauben, dass die besten unter den Läufern die 42,3 km Marathonstrecke mit ca. 3000 m Höhenunterschied in knapp 3 Stunden bewältigen. Der Silvretta-Ferwallmarsch gehört zu den traditionsreichsten Volksmärschen und Hochgebirgsläufen von Tirol.

Almkäseolympiade

Die Almkäseolympiade, der weltweit einzige Qualitätswettbewerb für Almkäse, war wiederum Anlass für SennerInnen aus der Schweiz, aus Südtirol, aus dem Allgäu, aus Liechtenstein, und aus den westlichen Bundesländern Österreichs nach Galtür zur Käsebewertung zu kommen.

Die international besetzte Jury lobte die  SennerInnen für die großartige  Qualität des erzeugten Käse und überschüttete die Organisatoren, die Landjugend Galtür, mit zahlreiche Komplimenten. Am Rande der Almkäseolympiade kam es zu einem Treffen der Landwirtschaftslandesräte Erich Schwärzler aus Vorarlberg und Toni Steixner aus Tirol. Alm und Wald gehören untrennbar zusammen. Deshalb wurde ergänzend zur  Käseolympiade der 1. Galtürer Schutzwaldtag durchgeführt. Die Besucher wurden über die Bedeutung des Schutzwaldes in hochalpinen Regionen informiert und interaktiv mit Begriffen wie Erosion und Schutzwaldbewirtschaftung vertraut gemacht. Für die zahlreichen Schutzwaldinitiativen wurde die Gemeinde Galtür als Schutzwalpartnergemeinde ausgezeichnet.

Am Vorabend der Almkäseolympiade wurde von der Landjugend, gemeinsam mit dem Alpinarium und der Universität Innsbruck zur „ersten Galtürer Almbegegnung“ eingeladen.

Jährlich sollen im Vorfeld der Käseolympiade brisante  Themen zur Alpwirtschaft und zum ländlichen Raum debattiert und Lösungsansätze gesucht werden.

Das heurige Thema „Wer hat uns die Alm gestohlen“ führte zu einer teils emotionellen Diskussion zwischen den Gesprächspartner am Podium und dem Publikum und beschäftige sich mit dem Missbrauch des Begriffes Alm durch Tourismus uns Industrie. „Was bekommt der Bauer an Kulturwerten für die Verwendung des Begriffes Alm als Imageträger für Industrieprodukte (Almdudler, Milka, usw.) und den Tourismus (Almbar, Schloßalm, usw.)  zurück?“ war eine, der leider nicht zu beantwortenden Fragen.

100 Jahren Madlenerhaus

eit 100 Jahren ist die Sektion Wiesbaden des DAV Eigentümerin des Madlener Hauses auf der Bielerhöhe. Zahlreiche Ehrengäste aus dem Montafon und dem Paznaun sowie die benachbarten Schutzhüttenwirte der Silvretta nutzten die Feierstunde am 17.9. zur Kontaktpflege und zum freundschaftlichen Gespräch.  Das Madlener Haus wurde bereits 1884, auf Initiative des Hr. Andreas Madlener, dem damaligen Vorsitzenden der Sektion Vorarlberg des Deutsch- Österreichischen Alpenvereins, als eine der ersten Schutzhütten in der österreichischen Silvretta gebaut.

Tag der Jugend

Alle drei Jahre lädt die Gemeinde Galtür zu einem „Tag der Jugend“. Nahezu alle Jugendlichen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren nutzten die Gelegenheit, ihre unmittelbare Heimat näher kennen zulernen. Mit einem Gläschen Sekt, bzw.  Apfelsaft begrüßte Bürgermeister Anton Mattle die jungen GaltürerInnen, führte sie durch das Gemeindeamt und erklärte die einzelnen  Verwaltungsaufgaben und Tätigkeitsbereiche. Nach einer Besichtigung des Druckstollens von Kraftwerk Kops II auf Zeinis und des Trinkwasserhochbehälters der Gemeinde Galtür am Eingang des Jamtales ging die Tour zum Sonnenberg, an einen, der Meinung des Bürgermeisters entsprechend, schönsten Plätze von Galtür. Mit Blick auf das Dorf und die Hausberge Gorfen- und Ballunspitze wurde angeregt über die Zukunft der Gemeinde, die Anliegen der Jugend und was die „Jungen“ in Galtür hält, diskutiert.

Eine abschließende Führung durch die Ausstellung „die Mauer – Leben am Berg“ im Alpinarium und ein gemeinsames Abendessen rundeten den Tag ab.

Neues Feuerwehrauto

Seit 120 Jahren gibt es in Galtür eine Feuerwehr. Die vielfältigen Aufgaben bei der Brandbekämpfung und bei technischen Einsätzen bedingen eine dem Stand der Technik entsprechende Ausrüstung.

Am 3. Oktober wurde unter großem Interesse der Bevölkerung ein neues Rüst-Löschfahrzeug von Pfarrer Louis Attems und Diakon Karl Gatt gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Die 330.000€ Ankaufkosten wurden von der Gemeinde Galtür mit Unterstützung des Landesfeuerwehrfonds und den Elektroversorgungsunternehmen getragen.

Übergabe des alten Feuerwehrfahrzeuges an die Gemeinde Kozarac (Bosnien)

Das bisher im Einsatz befindliche, 27 Jahre alte  Tanklöschfahrzeug wurde auf Kosten des Landes Tirol generalüberholt und der Feuerwehr von Kozarac übergeben. Kozarac ist eine ehemals 23.000 Einwohner zählende Stadt in Bosnien und wurde vom Jugoslawien Krieg besonders hart getroffen.

Das Fahrzeug soll nicht nur beim Aufbau der Feuerwehr helfen sondern auch ein Zeichen der Solidarität und der Anteilnahme der betroffenen Bevölkerung gegenüber sein.

 

Tiroler Gemeindetag

„Gemeinde heißt Gemeinschaft“ und so hat  die Gemeinde Galtür am 5.10. zum „Tiroler Gemeindetag“ eingeladen. Bürgermeister Anton Mattle konnten neben Landeshauptmann Dr. Herwig van Staa,  Landesrätin Dr. Anna Hosp und Vertretern des Österreichischen Gemeindebundes, mehr als 170 Tiroler Bürgermeister im Silvretta Saal des Sport- und Kulturzentrums Galtür begrüßen. Hauptthemen der Tagung waren der ländliche Raum und wie könnte es in Galtür anders sein, Naturgefahrenprävention und Katastrophenmanagement.

Klausur "Quo vadis Galtür“

Zum Abstimmen der verschiedenen Interessen des Ortes  hat Bürgermeister Anton Mattle alle Funktionäre der Gemeinde, des Tourismusverbandes, der Bergbahnen und des Alpinarium, am 13.und 14.Oktober  zu einer Klausur auf die Bielerhöhe  gebeten.  Unter dem Titel „Quo vadis Galtür“ wurde mit Moderation von Dr. Peter Haimayer über Visionen und  Entwicklungspotentiale von und in Galtür diskutiert.

Hohe Gebutstage 

Im Namen der Gemeinde rückte  die Musikkapelle der ältesten Galtürerin, Frau Emma Walter zum 95-sten,  Frau Hedwig Rasberger und Frau Anna Walter zum 90-sten  Geburtstag aus. Der Bürgermeister überreichte den Jubilarinnen jeweils einen Geschenkskorb und überbrachte die besten Wünsche.

Goldene Hochzeit Dr. Walter und Angelika Köck

Unser Ehrenbürger, Dr. Walter Köck feierte mit seiner Frau Angelika die goldene Hochzeit und machte seiner Angelika im Rahmen der Feier eine Liebeerklärung die von tiefer Verbundenheit und großem gegenseitigen Respekt zeugt.

Geburten

Wir GaltürerInnen freuen uns, dass zwischen Mai und November,  Mariastella Wenko, Sebastian Kolp, Moritz Pfeifer, Jonas Walter, Luis Hussein und Joel Lais das Licht der Welt erblickten und ihren Eltern große Freude bereiten.

Todesfälle

Im selben Zeitraum mussten wir uns von Franz Kathrein und  Maria Preiniger für immer verabschieden. Der Herr gebe ihnen die ewige Ruhe.