Lawinenverbauung Galtür


Maßnahmen zum Schutz vor Lawinen in Galtür

Die Lawine vom 23.02.99 hat ein unvorstellbares Ausmaß angenommen. Gegen alle Erwartungen ist die Lawine bis in den  als gefahrenfreie geltenden Bereich (grüne  Zone) vorgedrungen. Die gefallene Schneemenge war im Februar 1999 insgesamt sechsmal höher als der Mittelwert und um 40% höher als der bis dahin gemessene Höchstwert. Der Lawinenwinter 1999 mit Großschadensereignissen im gesamten Alpenraum hat wesentlich zur Beschleunigung der Entwicklung von Lawinenvorhersagemodellen und Simulationen beigetragen. Eigene Institute wie das AlpS wurden nach den Ereignissen gegründet. Um zu verhindern, dass es jemals wieder zu einem solchen Unglück kommt wurden folgenden Maßnahmen getroffen:

 

Dreifache Absicherung

 

 

Projekte:

Fertigstellung

Realisierung

1.

Verbauung im Anbruchsgebiet 
(11 km Stahlschneebrücken 
3-5 Meter hoch)

2009

4,4 km Stahlschneebrücken wurden innerhalb von nur 10 Jahren mit einem gewaltigen technischen Aufwand in extrem schwierigem Gelände aufgestellt. Es war die höchste und wohl auch gefährlichste Baustelle des Landes Tirol.

 

Wichtige Daten:

 

1500 Tonnen Stahl

836 Lawinenwerke

Euro 6,6 Mio. Aufwand

 

2.

Errichtung von zwei Schutzmauern am Talboden im Bereich der Unglückslawine als Sofortmaßnahme

1999

zwei mächtige Dämme (6-12 Meter hoch) schützen den gefährdeten Bereich

 

 

 

Errichtung von weiterem Schutzmauern am Talboden.

2002-2009

2002 - Tschafein (212 m lang  10 m hoch )

2005 - Försterheim – Poart

2008 - Lenzahäuser

3.

Auflagen für die Wiedererrichtung der zerstörten Gebäude

1999 (2000)

alle zerstörten Häuser wurden wiedererrichtet und in lawinensicherer Bauweise (Stahlbeton, Schutzfenster) ausgeführt.

 

Die wiedererrichteten Häuser haben nun einen 3-fachen Schutz (Anbruchsverbauung, Lawinendamm, stabile Bauweise)

 

Begleitmaßnahmen

 

a)

Schutz der Zufahrtsstrasse nach Galtür (Anbruchsverbauungen, Galerien usw.)

laufend neue Projekte

Zwei Großprojekte östlich im Bereich Ischgl und mehrere Anbruchsverbauungen wurden bereits realisiert.

b)

Aufforstungen unterhalb der Anbruchsverbauungen

laufende Projekte

Im Schutz der Verbauungen entsteht Wald wo früher keiner war

c)

Bau des Alpinariums (die Rückwand dient als Schutzmauer)

 

·        Erlebnismuseum

·        Klettern

·        Cafe

·        Die Mauer

·        Internet

·        Seminare

derzeitige Ausstellung: Leben am Berg (Faszination Schnee - Mythos Lawine")

 

1999- 2003

1999 Rohbaufertigstellung

2003 Betriebsaufnahme Alpinarium

d)

Neubau Zivilschutzeinrichtungen: (Feuerwehr, Rettung, Bergrettung, Tiefgarage)

2000

fertig gestellt

 

e)

 

 

Errichtung von zusätzlichen Wettermessstationen (abrufbar für den Lawinenwarndienst und die Lawinenkommissionen)

 

1999

 

mehrere Messstellen im Bereich Galtür (Talboden, Grieskogel, Vergiel, Kops, Bielerhöhe)

Einbindung der Messwerte von Davos (Silvrettagebiet)  

f)

Ankauf von Großraumhubschraubern für Notversorgungsflüge evt. Evakuierungen

 

2002-2004

9 Stück (Verteidigungsministerium)

3t - 4,5t (für ca. 20 Personen) 

 

g)

Erstellung eines verbesserten Notversorgungsprogrammes bei eventuellen Straßensperren

seit 1999

Schulungen und Übungen werden laufend durchgeführt.

Vorwarnungen und aktuelle Meldungen (per SMS, Profax  und Email bzw. Homepage-Aktualisierung)

 

h)

Tägliche Wettervorhersage im Internet speziell für Galtür

 seit 1999

www.galtuer.com - Wetter

 

 

Katastrophenschutzpläne

 

Im Laufe der letzten Jahre wurden die Katastrophenschutzpläne aller Tiroler Gemeinde digitalisiert und vernetzt.  

 

Evakuierungspläne

seit 1999

Seit 1999 gibt es in Galtür einen Evakuierungsplan. Er wurde 2008 letztmalig geändert. Dabei konnte bereits die Wirksamkeit der Verbauungen berücksichtigt werden.

 

 

Projektierungen

 

 

Verbauung Pleisenlawine

 

 

Baubeginn 2012

 

Sanierung Großtalverbauung

 

 

Baubeginn 2011
Erweiterung der bestehenden Schutzbauten  

 

Lawinenmauern
Direktschutz Zimalis und Felis

 

 

Baubeginn voraussichtlich 2012

 

Projekt Predigberg

 

 

in Planung

 

Projektkosten:

Wasserleiter-Weiße Rifi (inkl. Mauern):  6,6 Mio.

Predigberg (Mauern Tschafein, Poart, Försterheim, Lenzenhäuser): 1,86 Mio.

 

Stand: Oktober 2011