GEMSSPITZE
BREITE KRONE
HOCHNÖRDERER
BALLUNSPITZE
GORFEN
PIZ-BUIN
LITZNER
TOTENNADELN
DREILÄNDER-SP.
FLUCHTHORN
SILVRETTAHORN
JAMSPITZE



Fluchthorn (3399 m)

Walther Flaig, der Autor des "Silvrettabuches" hat eine Besteigung des Fluchthornes mit folgenden Worten beschrieben: 

Wir ertrotzen aber doch die Zahnspitze und das Fluchthorn, das natürlich das erste Ziel aller Jambesucher ist, der zweithöchste Berg der Silvretta und der massigste, ein wahrhaft stolzer Berg. In seinem Mittelgipfel, der Rennerspitze, lebt die Erinnerung an einen der eifrigsten Erschließer der Jamtalberge, den Stuttgarter E. Renner, fort, so wie in der Weilemannrinne, dem üblichen Südanstieg, der Erstersteiger J. J. Weilenmann, dessen köstliche Schilderungen heute noch genau so lebendig und unterhaltsam zu lesen sind, wie sie einst seine Zeitgenossen begeisterten.

Unsere Besteigung war nicht ungefährlich, denn während wir im Nebel durch die tiefverschneiten Schneerinnen emporwühlten, löste die Sonne am Gipfelbau, der den Nebel überragte, schon den Schnee, und bald fuhren die Lawinen durch die steilen Gassen herab. Aber alle Mühen und Gefahren waren vergessen, als wir ganz plötzlich durch die Nebeldecke stießen und von einem Schritt zum anderen jenes einmalige Bild eines silberglänzenden, wirklich meerweit und wasserhell strahlenden Wolkenmeeres schauten. Keiner von uns hatte dies bisher so schön erlebt, so dass der Eindruck überwältigend war. Zu dem überirdischen Glanze gesellte sich vertiefend die völlige Abgeschiedenheit von den Tälern, die schon herbstliche Stille der Berge, die im tiefen Neuschnee ein winterliches Bild gewährten, strahlender, höher, ernster erschienen und aus dem Nebelsee wie Inseln aus einem Polarmeer stiegen.